Wissensbereich · Kapitel 08

Intimität, Libido & vaginale Gesundheit

Weniger Lust, Schmerzen beim Sex, vaginale Trockenheit, Urinverlust und Beckenbodenbeschwerden können in der Perimenopause vorkommen. Diese Seite benennt sie ruhig und praktisch, ohne Scham.

Auf dieser Seite

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  1. 01Worum geht es?
  2. 02Was kann sich ändern?
  3. 03Was kannst du erkunden?
  4. 04Übungen
  5. 05Wann Hilfe suchen

Was du bekommst

  • Diese Symptome passieren und verdienen ruhige Aufmerksamkeit, nicht Schande.
  • Schmerzen, Blutungen oder wiederkehrende Harnwegsinfekte sind Gründe, Unterstützung zu suchen.
  • Der Beckenboden braucht manchmal Kraft und manchmal Entspannung.
Information

Diese Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Beratung. Besprich Schmerzen, Blutungen, wiederkehrende Harnwegsinfekte, Urinverlust oder anhaltende Trockenheit mit Hausärztin, Gynäkologin oder Beckenbodenphysiotherapeutin.

01

Worum geht es?

Intimität und vaginale Gesundheit betreffen mehr als Sex. Vaginales Gewebe, Blase, Harnröhre, Beckenboden, Schlaf, Stress, Beziehungskontext und Medikamente können Komfort, Verlangen und Vertrauen in den eigenen Körper beeinflussen.

Warum kann sich das verändern?

Schwankende oder niedrigere Östrogenspiegel können Schleimhäute trockener und empfindlicher machen. Müdigkeit, Stress, erwartete Schmerzen und Beckenbodenspannung können Libido und Komfort zusätzlich beeinflussen. Das ist kein persönliches oder partnerschaftliches Versagen.

02

Was kann sich ändern?

  • Reduzierter Wunsch

    Der Wunsch kann weniger spontan fühlen oder mehr Zeit brauchen. Schlechter Schlaf, Stress, Schmerzen oder hormonelle Schwankungen können alle eine Rolle spielen.

  • Schmerzen beim Sex

    Schmerz, Brennen oder ein enges Gefühl mit Penetration kann passieren. Stoppen oder brechen macht Sinn; Schmerz ist nicht etwas zu durchdrücken.

  • Vaginale Trockenheit

    Trockenheit, Juckreiz, Schmerzen oder Reizungen können mit sich veränderndem Gewebe verbunden werden. Es kann auch außerhalb des Geschlechts spürbar sein.

  • Urin und Blase

    Häufigeres Wasserlassen, starker Harndrang, Urinverlust oder wiederkehrende Harnwegsinfekte sind Beschwerden, die du ernst nehmen und besprechen solltest.

  • Beckenboden

    Der Beckenboden kann schwächer werden, kann aber auch mit zu viel Spannung reagieren. Beide können Leckage, Druck und Schmerz beeinflussen.

03

Was kannst du erkunden?

  • Intimität ohne Druck

    Mache Raum für Berührung, Kuscheln, Massage oder Nähe ohne Ziel. Dies kann die Verbindung ohne Leistungsdruck unterstützen.

  • Gleitmittel, Feuchtigkeitspflege oder Behandlung

    Gleitmittel verringert Reibung beim Sex. Eine vaginale Feuchtigkeitspflege ist für anhaltende Trockenheit gedacht. Bleiben Beschwerden bestehen, besprich zum Beispiel lokale vaginale Östrogene. Bei einer Vorgeschichte mit hormonsensitivem Krebs ist eine persönliche Abwägung mit der behandelnden Person wichtig.

  • Milde Produkte

    Die Vagina muss innen nicht gereinigt werden. Vermeide Vaginalduschen und parfümierte Produkte. Wasche die Außenseite vorsichtig mit Wasser, wenn dir das angenehm ist; anhaltender Juckreiz oder Schmerzen erfordern eine Abklärung.

  • Blasenmuster besprechen

    Notiere, wann Urinverlust, Harndrang oder Harnwegsinfekte zurückkehren. Das macht ein Gespräch mit Hausärztin oder Beckenbodenphysiotherapeutin konkreter.

  • Entspannen und trainieren

    Stärken kann bei Leckage helfen; bei Schmerzen oder Spannung ist das Erlernen von Entspannung oft genauso wichtig.

04

Übungen

Entspannen

Entspannung zuerst

  1. 1Setz oder leg dich bequem hin und lass Bauch, Gesäß und Kiefer entspannen
  2. 2Atme ruhig, ohne extra tief zu atmen oder zu pressen
  3. 3Versuche, Spannung loszulassen; drücke deinen Beckenboden nicht nach unten
  4. 4Höre auf, wenn Schmerz, Druck, Kribbeln oder Spannung zunehmen
  5. 5Frag bei anhaltenden Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Entspannen nach Begleitung durch einen Beckenboden-Physiotherapeut:in

Stärke

Sanfte Stärkung

  1. 1Kontrakt sanft, als wenn man in Wind hält, nicht als ob es so hart wie möglich ist
  2. 2Halte für 3 bis 5 Sekunden, während weiterhin atmen
  3. 3Dann entspanne dich voll und warte länger als du kontrahiert
  4. 4Wiederhole 6 bis 10 Mal, wenn es sich wohlfühlt
  5. 5langsam bauen; mehr Kontraktion ist nicht immer besser

Täglich

Tagesablauf

  1. 1Achte darauf, ob du Bauch oder Beckenboden unbewusst anspannst
  2. 2Atme beim Heben und anderer Anstrengung ruhig weiter
  3. 3Lass wiederkehrenden Urinverlust abklären; nicht jeder Typ braucht dieselbe Übung
  4. 4Presse bei Schmerz oder Spannung nicht immer fester; Entspannung und Untersuchung können nötig sein
  5. 5Besprich Blutungen, Schmerzen beim Sex und wiederkehrende Blasenentzündungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt

Grundlage

Komfort braucht manchmal Entspannung, manchmal Behandlung

Urinverlust, Schmerzen, Trockenheit und starker Harndrang sind nicht ein Problem. Immer stärker anzuspannen ist daher nicht für jede die Lösung.

Bei vaginaler Trockenheit kannst du lokale Behandlungsmöglichkeiten besprechen; bei Schmerzen, Blutungen oder wiederkehrenden Infektionen ist eine Abklärung wichtig.

Nächster Schritt

Schreib auf, was dir auffällt und wann es passiert. Besprich es mit deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder einer Beckenboden-Physiotherapeut:in.

Weiterlesen

04BewegungEine starke Basis hilft deinem Beckenboden mitzuarbeiten07Ruhe und SchlafGute Erholung unterstützt auch den Beckenboden